Opferkult

Von Mooren und Hainen

Zwiesprache mit den Göttern fand meist in der Natur statt.
Die Kommunikation mit den Göttern ist ein grundlegendes Bedürfnis der Menschen, um sich das Wohlwollen göttlicher Mächte zu sichern. Zu den Ritualen kultischer Zwiesprache gehörte neben der Anrufung der Götter, dem Gebet, Gesang und Tanz vor allem das Opfer. Gerichtet an die zu-ständige Gottheit wurden in Erwartung einer gleichwertigen Gegenleistung wertvoller persönlicher Besitz, die Waffen des Feindes, Opfertiere oder landwirtschaftliche Erzeugnisse geopfert. In den Opfergaben spie-geln sich sowohl der Opfernde als auch der göttliche Adressat wider.
Trotzdem sind archäologische Belege germanischer Kultpraxis schwer zu erkennen und zu deuten. Denn unsere Vorstellungen von Religion und Glaube der Germanen sind geprägt von den wenigen Auskünften in der Germania des Tacitus und den erst im Mittelalter niedergeschriebenen Überlieferungen von Götter- und Heldensagen.

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Zwei anthropomorphe Holzidole aus dem Opfermoor Oberdorla, Gde. Vogtei, Unstrut-Hainich-Kreis. Höhe: 124 cm und 150 cm.
© Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar – Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens / Hauke Arnold

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